|
Ostara 2004 ”alpenschamanische Begegnungen “ am Falkenstein / Wolfgangsee im Salzburger Land - Frühjahrstagundnachtgleiche - am 21.03.2004
Bereits die Anfahrt zum
Wolfgangsee verläuft unter einem funkelnden Sternenhimmel und damit steht fest, dass wir erst zum Falkenstein direkt aufsteigen weden, um die Sonne zu begrüßen. Schon dass Treffen am Seeparklpatz wird zum eindrucksvollen
Erlebnis. In der Dunkelheit sind nur ein paar Lichter zu sehen und wir begrüßen uns teils tastend und teils suchend. Viele kennen sich noch gar nicht und nehmen zum ersten Mal Kontakt mit Menschen auf, die das Erleben eines
besonderes Festes hiergeführt hat. Auch ein "lebendiges" Krafttier ein Hund - bekommt seine Streicheleinheiten.
Um kurz nach 5:00 Uhr erscheinen die letzten Gäste: die Waldschamanin und der Waldläufer und wie
geplant, kann nach kurzen Hinweisen auf die Bedeutung des bevorstehenden Weges, um 5:15 Uhr der Aufstieg beginnen. Inzwischen hat es zu dämmern begonnen und das matte Licht taucht den teiweise mit Nebelschwaden bedeckten
See in eine unwirkliche Szenerie. Ein Aufstieg in eine andere Realität? Der steile erste Wegabschnitt verlangt das Sammeln unserer noch müden Kräfte, aber die Energie dieses Pilgerweges hilft uns dabei. Nach der Abzweigung
zum Falkenstein wird der Weg zum Steig, aber dann auch angenehmer gehbar und die anfänglichen leisen Gespräche verstummen, denn jeder geht nun für sich allein durch die folgenden Hohlwege und Mulden, die durch dunkle Felswände
und urige Bäume geprägt sind. Hier wechseln die Energien ständig. Die Kobolde, Gnome, Trolle und Nachtfeen werden auch stiller, je mehr aus dem fahlen Lichtschimmer durch den Wald der Beginn eines besonderen, lichtvollen Tages
sich ankündigt. Und dann die letzten Meter: 5:50 Uhr - wir treten hinaus auf den Gipfelgrat. Tief unter uns der Wolfgangsee, der Himmel ist klar und in zartes Morgenblau gehüllt und gegenüber die Berge der
Osterhorngruppe und das Zwölferhorn. Ein atemberaubender Anblick.... wenig Zeit, um zu verschnaufen, und in Resonanz mit dieser Aussicht zu gehen, etwas zu trinken. Eine wohlige Unruhe macht sich bemerkbar: es steht etwas
bevor. Wir nehmen mit den Erdgeistern Kontakt auf, platzieren unser Gepäck holen schamanisches Handwerkszeug hervor. Die ersten Rasseln erklinge, bald setzen die Trommeln ein und dann beginnt der Berg zu vibrieren von rufenden,
begrüßenden, singenden Klängen. Die Bergspitzen werden langsam in das warme Rotlicht einer jungen Sonne getaucht. Erwartungsvolle Aufregung greift um sich, die Trommeln und Rasseln werden kräftiger. Die Nebelgeister züngeln
immer wieder kurz zu uns herauf - ein bizarres, fast unbeschreibliches Schauspiel. Und dann höre ich ihn - ich halte mit meinem Trommeln inne, frage den Waldläufer, was dort unter uns in der Falkensteiner Wand fliegt:
der Falke ist zu uns gekommen angeregt von den Energien des anbrechenden Tages und der aufgehenden Sonne und der pulsierenden Trommelrhythmen. Das Ereignis macht schnell die Runde. Leuchtende Augen, strahlende Gesichter.
Für 2 Falkensteinbesteiger hat sich der Wunsch nach dem Kontakt mit ihrem Krafttier erfüllt. Die Sonne ist noch nicht ganz über den Bergrücken gestiegen. Die Waldschamanin verteilt Eier, die aus ihrem Hühnerstall stammen -
ein alter Brauch zu Ostara, der den Beginn der fruchtbaren Zeit symbolisiert. Worte wechseln die Besitzer, Gespräche befreien von den extremen Sinneseindrücken, heiliger Rauch steigt gen Himmel
und dann erhebt sich die Sonnengöttin über den Berg und wird begrüßt von den anschwellenden Trommelklängen. Gesungene, gedachte, gerufene Gebete sind vernehmbar und plötzlich kehrt der Falke - diesmal in Begleitung -
zurück, steigt unter uns auf, scheint den Falkenstein zu umkreisen. Die Sonnenstrahlen können noch nicht gegen die Kälte und den Wind ankommen, so dass wir bald zur Höhlenkirche aufbrechen - vorbei an mächtigen Baumgeistern,
seltenen Feuersalamandern und einem durch Pilger entstandenen Steinhaufen - einem Ritual, das man eigentlich nur aus den Himalaya-Regionen kennt. Die Gespräche sind jetzt wach geworden und von der Sonne gestärkt. Und mir
gehen die Augen über, als sich nach der letzten Wegbiegung die Kirche im warmen Sonnenlicht erstrahlt vor uns steht und die enorme Energie dieses Tales, welches auf einer Erdenergielinie liegt, fast greifbar erscheint. Die
Kapelle mit dem Quellheiligtum am Talende ist noch von Schattengeistern besetzt. Wir lassen uns an der warmen Kirchenwand in der Sonne nieder und ich berichte über die Geschichte dieses Kultplatzes und Kraftortes.
Kerstin und ich bereiten danach das eigentliche Hauptritual vor: das Durchkriechen durch eine schmale Felskluft ins Höhleninnere, das durch uns mit zahlreichen Kerzen und Räucherstäbchen geschmückt wird. Mit dem Läuten der
Wunderglocke werden unsere schamanischen Falkensteinpilger zum Eintreten aufgefordert und bald ist der ganze Kirchenraum wieder mit Trommelklängen erfüllt. Jeder geht auf seine Weise mit der heiligen Energie der Höhle in
Resonanz. Das darin Erlebte wird für jeden ein persönliches Geheimnis bleiben. Später zeigt sich auf einem der Fotos ein interessantes Lichtphänomen am Aufgang zur Höhle - dort wo wohl die meiste Energie und die meisten
Erwartungen und Gedanken sich manifestiert hatten. Zum Abschluss zelebrieren viele den Brauch des Wunschläutens mit der Kirchenglocke, bevor wir uns wieder in die jetzt gestärkten Sonnenfluten begeben, die Umgebung erkunden
und von der Heilquelle Wasser trinken und schöpfen. Das Ostara-Fest endet auf einer sonnigen Seerestaurantterrasse in St. Gilgen - geniessend, quatschend, essend und trinkend. Gegen Mittag verteilt sich der bunte
alpenschamanische Haufen wieder in alle Himmelsrichtungen..... das erste alpenschamanische Begnungsfest ist ein Stück Geschichte geworden. Und auf der Rückfahrt begegnen uns die Sturmgeister und in den folgenden
Nachmittagsstunden verdunkelt sich der Himmel und bald regnet es in Strömen. Die Naturgeister waren uns freundlich gestimmt.
Ein Dankeschön an Mutter Erde, all die Elementarwesen, Naturwesenheiten und Krafttiere
und die Gäste für ihr Kommen
|