GROSSES HERZ VERBORGEN
Mystik aus den Alpen

Theologische Rezension der CD



Mystik und Spiritualität sind arg strapazierte Wörter in unserer Zeit stetig wachsender Wellness-Angebote und neureligiöser Bewegungen wie Esoterik, New Age und Neopaganismus. Nicht alles, was gut tut und Spaß macht, ist Spiritualität. Und dennoch haben gerade unsere großen Meister der Spiritualität es verstanden, immer und überall das Wirken und die Gegenwart Gottes zu sehen. "Gott in allem finden" war die Devise des heiligen Ignatius von Loyola. Für Franz von Assisi konnte jeder Alltagsgegenstand als Symbol für Christus dienen, sei es die Sonne, Wasser, Feuer, ein Schaf, oder sogar ein beschriebener Zettel. Voraussetzung für eine solche mystische Sicht ist jedoch die Fähigkeit, hinter die Augenscheinlichkeit der Dinge blicken zu können, hinzuhören, Zusammenhänge zu erspüren, zu staunen und einen Sinn für das Wunderbare und Schöne zu entwickeln. Auch Papst Benedikt XVI hat in seiner Predigt in München am 10. September 2006 betont, wie wichtig es für unsere technisierte Gesellschaft ist, wieder Ehrfurcht vor Gott und allem, was auch anderen heilig ist, zu lernen.
Die vorliegende CD lädt dazu ein, diese Ehrfurcht vor dem Geheimisvollen und Heiligen in der Natur zu erfahren. Sie vermittelt das Bewusstsein einer allumfassenden Gegenwart, welches auf sehr verschiedenartige musikalische Weise zum Ausdruck gebracht wird. Der Naturmystiker "betet'" ganzheitlich, mit Körper, Geist und Seele. So mancher Christ mag Unbehagen empfinden, weil das Wort "Gott" nicht explizit vorkommt. Stattdessen wird der Urgrund der Schöpfung als "Großer Geist", "Großes Herz" oder "Göttin, die über allen Wassern schwebt", benannt. Das ist in Ordnung, auch wenn man persönlich eventuell eine andere Anrede Gottes vorzieht. Wir sollten überdies nicht vergessen, dass der Geist Gottes, der über den Urwassern schwebte (Gen 1,2), im Hebräischen als weiblich gilt. Wenn die Erde als unsere Mutter, das Wasser, oder die Schönheit des Feuers besungen wird, so muss ein Christ nicht sofort auf eine pantheistische Verehrung natürlicher Phänomene schließen. Auch der heilige Franziskus hat in seinem Sonnengesang die Schöpfung gepriesen, um damit den Schöpfer zu preisen. Es besteht keine Notwendigkeit, Naturmystik und Offenbarungsglaube als Gegensatz zu sehen. Sie ergänzen sich, indem sie verschiedene Aspekte des Heilshandeln des einen Gottes betonen. Dieser innere Zusammenhang von Schöpfungs- und Erlösungstheologie ist urbiblisch und insbesondere ersichtlich im Bund mit Noach (Gen 9,8-17), bei Deutero-Jesaja (Is 40:12.21f.27-29.31; 54,9f.), im Johannesprolog (Joh 1,1-17) und in Paulus' kosmischer Christusinterpretation (Kol 1,15-20). Eine Heilstheologie, die die Schöpfungstheologie vernachlässigt und einseitig den Aspekt der Erwählung und Offenbarung betont, resultiert in Selbstzentriertheit, Exklusivismus und Intoleranz. Gott lässt sich nicht nur in unseren Kirchen finden, sondern auch im "grünen Tempel" der Natur (CD, 5). Ferner basiert Naturmystik nicht zwangsweise auf einer unpersönlichen Gottesbeziehung. Auch in der Natur kann Gott als sehr nahe erfahren werden, weil diese Erfahrung sehr unmittelbar und direkt sein kann. "Großer Geist im Himmel, auf Erden und im Meer, Du bist in meinem Herzen und immer um mich her" (CD 9): kann es überhaupt eine persönlichere Gottesbeziehung geben?

Franz Xaver Scheuerer, DTheol.
Zellerhof 4
83404 Ainring
scheuererfx@web.de

Stimmen zur ersten alpenschamanischen CD:

Rainer “Weißer Adler” Limpöck, 01.08.06

Pünktlich zum Schamanentreffen am 22.07.06 kam die CD zum ersten Mal unters Volk! Und ich hörte sie am nächsten Tag zum ersten Mal.
Meine Eindrücke möchte ich euch wohl dosiert in meinen weiteren Beiträgen dazu mitteilen.
Zu dieser CD gibt es einiges zu erzählen.
Da sie in Eigenregie entstanden ist, beginnt jetzt erst der Aufbau eines Verteilernetzes.
Zunächst wird sie von den Künstlern direkt zu beziehen sein
und in Folge bei einigen einschlägigen Geschäften.
Muada i gspia di
Dieses Lied begleitet mich schon lange Zeit auf meinen schamanischen Weg durch die Berge und die anderen Realitäten. Od*Chi verfaßte den bayerischen Text zu dem alten Rainbowspiritsong und damit begann auch bei vielen dieses neue Gefühl für die Kraft unserer Heimat und unseres Dialekts. In unserer Winterkulthöhle war es immer wieder ein bewegender Höhepunkt, wenn es in dieser eisigen, glitzernden und magischen Welt im Bauch von Mutter Erde zu hören war. Die Trommeln gaben dem Lied nochmals viel Kraft und die Höhlenbesucher suchten sich dazu stets alles, was Rhythmus und Klänge erzeugen konnte. Steine, Hölzer, Instrumente - und natürlich unsere Stimmen.
Als ich dieses Lied zum ersten Mal in der Neufassung und mit der neuen Melodie vom Hannes hörte, müssen meine Augen und Adlerschwingen pulsiert und geglänzt haben
War schon "das Große Herz" so eine Art Hymne geworden, schien jetzt Muada i gspia di ein weiterer, wunderbarer Botschaftsträger geworden zu sein. Ich bekomm einfach Gänsehaut wenn ich es höre!!!
Einfach im Text - bedeutend in der Aussage, heimatverbunden und wunderschön intoniert und instrumentiert.

Muß ich es noch erklären, dass mit "Muata" unsere Mutter Erde gemeint ist???

Helmut “Waldläufer” Fabian, 11.08.06

Entstehungsgeschichte der CD Goßes Herz

Also ich habe vor einem Jahr im Juni auf der Schamanenalm das erste mal das Große Herz von David vorgetragen gehört. Er hat es an diesem Tag mir gewidmet, da ich mit ihm und anderen zu unseren Brüdern den Bäumen gegangen bin. Mir hat der Text sehr gut gefallen, nur hätte ich gerne eine andere Melodie für mich gebraucht.
So kam es, dass Hannes und Sandra bei uns zum Frühstück eingeladen waren. Ich bat Hannes zu diesem Text doch für mich eine Melodie zu schreiben. Gesagt getan. In 15 Minuten war das Ding geboren. Zuhause, hat er es dann im Studio vertont und fertig war die Urfassung vom „Großen Herz“.

Ich gab im darauf folgenden Herbst wiederum auf der Schamanenalm David sein Lied vertont auf CD gebrannt als Geschenk. Er war zutiefst berührt. Nach einiger Zeit fragte er, ob ihm Hannes vielleicht auch noch andere Texte vertonen könnte. Ich nahm die Texte mit und Hannes und sein Freund aus Deutschland brüteten darüber und nun hört ihr was daraus geworden ist. So kann etwas ins laufen kommen. Es war schön zu sehen, wie David, Odchi und Hannes zueinander fanden.

Kurz vor dem 1. Treffen mit David und Odchi war ich bei Hannes und seinem Freund, der bei ihm zu Gast war, um mir ihre Interpretationen anzuhören. Sie waren sehr gespannt, was ich dazu sagen würde. Sie waren eigentlich voll überrascht, dass ich nur sagen konnte, “he super, gefällt mir sehr gut”. Ich durfte dann noch mein Waldhorn für das Lied „Das Horn“ aufnehmen lassen. Und das war´s.

Es war für mich eine wunderbare Zeit, beim Entstehen der CD oft dabei gewesen zu sein.
Bin jetzt gespannt wie sie ankommt.

Herzliche Grüße

Waldläufer

PS: Sehr gut gefällt meiner Frau Odchi´s Runengesang. Das Große Herz kannten wir ja schon als Erste. Die anderen Lieder sind natürlich auch sehr gut.

Jugendliche haben mir mitteilen lassen, das nächste Mal noch mehr Trommel bitte. Das sei noch gesagt
.