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Weißbachschlucht bei Bayerische Gmain (Berchtesgadener Land) Anfahrt: auf B 20 von Bad Reichenhall nach Berchtesgaden
kurz vor Ortsende Bayerisch Gmain rechts zum Bergfriedhof (Parkplatz) Ausgangspunkt: Bergfriedhof Bayerisch Gmain / Parkplatz Zeitbedarf (Etappen): ca. 3 Std.
Wasserhäuschen am Weißbach (10 Min) - Römerbrücke (10 Min) - Grillplatz im Bachbett (5 Min) - Speik (30 Min) - Weißbachquelle (40 Min) Rundweg: ab der Talgabelung Speik- / Weißbach möglich Besonderes:
Soleleitungsweg; Wasserspielplätze; Römerbrücke; Grillplatz; Speikcanyon; “Indianerterritorium”; Quellgebiet Einkehrmöglichkeit: Gasthof Dreisesselwirt (Nähe Abzweigung Bergfriedhof)
Die Weißbachschlucht gehört aufgrund ihrer schnellen Erreichbarkeit, ihrer landschaftlichen Attraktivität und Vielseitigkeit zu meinen absoluten Favoriten. Von Reichenhall kommend, fährt man durch Bayerisch Gmain bis
man kurz vor Ortsende der Abzweigung zum Bergfriedhof folgt. Am Südende des Parkplatzes setzt ein unbeschildeter Waldweg an, dem wir bergwärts folgen, bis er nach 5 Minuten auf den Soleleitungsweg
trifft. (Der beschilderte Weg am Parkplatzanfang führt zwar zum selben Ziel, ist aber etwas länger.) Nach wenigen Minuten hört man den Weißbach rauschen und steht bei einem Wasserhäuschen (Soleleitungsunterbrecher) zum
ersten Mal am Ufer, das hier Kinder magnetisch anzieht und im Bachbett zum Spielen einlädt. Die Erwachsenen finden nach bisherigen “Anstrengung” nahe Ruhebänke.
Über eine Holzbrücke führt der Soleleitungsweg hier weiter
nach Hallthurm und Berchtesgaden, wir aber lassen uns vom Ruf des Wassers mitreißen und steigen weiter talaufwärts Richtung Schlucht. Bald haben wir die Römerbrücke
erreicht, auf der wir zur anderen Talseite wechseln. Die ersten beeindruckenden Gumpen laden im Hochsommer schon zu einer Erfrischung ein.
Nach einem kurzen steilen Anstieg öffnet sich noch einmal das Weißbachtal und in dem breiten Bachbett ist nun eine Pause angesagt. Manch Familie ist hier schon hängengeblieben - an diesem
grandiosen Naturspielplatz mit seinen kleinen Wasserfällen, lieblichen Badegumpen ein Stück bachaufwärts, den “Staudammprojekten” und dem schönsten Feuer- und Grillplatz im Berchtesgadener Land. Wer es hier weiter bachaufwärts schafft, wird belohnt! Nach 10
Minuten endet der breite Schluchtweg an einem urigen schattigen Brotzeitplatz mit Tisch und Bänken. Jetzt beginnt die eigentlichte Schlucht und ein steiler Waldsteig führt uns zunächst hoch oberhalb des rauschenden
Schauspiels weiter.
Bei einer Holzbrücke teilt sich der Weg und der Bach: Jenseits der Brücke führt der sogenannte Maisrundweg
Richtung Hochplatte zunächst entlang des eigentlichen Weißbachs. Wir bleiben auf der linken Talseite und können jetzt einen Rundweg
über den hier ansetzenden Speikbach bis zu den Weißbachquellen machen und später auf der anderen Talseite an dieser Brücke wieder zurückkehren.
Nach dem Aufstieg entlang der Speikschlucht weitet sich das Tal wieder und man kann knapp überhalb dem Weg - noch im Wald - einen früheren
Pfadfinderlagerplatz entdecken. Über Leitern und Treppen klettert man schließlich in das breite Speikbachbett (Speik bedeutet Talschluß), deren hochaufragenden, canyonartigen Talwände jeden in seinen Bann ziehen.
Über ein großes Stück fließt hier der Speikbach mit sehr geringem Gefälle dahin. Jedes Jahr nach der Schneeschmelze verändern die Wassermassen das Tal und bringen neue Felsbrocken und Steine und auch jede Menge
Holz und andere Pflanzenteile von oben mit. So bildet der Bach ein breites, ebenes Bett, das er die meiste Zeit des Jahres nicht ausfüllt. Nach ca. 200 Metern verjüngt sich und endet das Speiktal in unbezwingbaren
Wasserfällen. Ein früherer drahtseilversicherter Steig auf der rechten Talseite ermöglichte eine Überquerung der Wasserfälle , wird aber nicht mehr unterhalten und ist auch nicht mehr begehbar. Aufgrund der magischen Anziehungskraft dieses Platzes trifft man hier immer wieder auf “Schluchtindianer” und
“Alpenschamanen”, die im Canyon in den Sommermonaten ein Lager aufgeschlagen haben. Hier ist ein wirklicher “Kraftort”, der einen nachhaltenden Eindruck hinterläßt! Wer jetzt aufgetankt hat, kann das
Schluchtabenteuer fortsetzen. Am Eingang zum Speikcanyon - gegenüber der vorher herabgestiegenen Leitern - führt auf der rechten Talseite ein Weg Richtung Weißbachquellen. Ein Geheimtip!
Denn auch der Zugang zum Quellgebiet wird nicht mehr unterhalten, ist aber
mit etwas Vorsicht noch gut begehbar. Zunächst geht es hoch über der Speikschlucht entlang und nach 20 Min. in das schmale Weißbachtal, das bei einer Furt überquert wird. Auf der anderen Seite treffen wir nun auf den
Maisrundweg, dem wir bergwärts im Berghochwald folgen. Dort wo der Steig vom Hochufer wegleitet, steil den Hang emporklettert und eine Holzschranke das Weitergehen verhindert,
sollte man jenseits der Schranke vorsichtig weitersteigen. Der Pfad ist hier teilweise überwachsen und abgerutscht aber mit Vorsicht begehbar und führt nach weiteren 20 Min. ins Weißbachquelltal.
Von mehreren Seiten münden schmale, teilweise wasserführende Schluchten in ein Bachbett, das zum Baden, Erfrischen und Rasten einlädt. Auch ein schöner Wasserfall belohnt für den aufregenden Anstieg.
Am Rückweg halten wir uns schließlich auf dem Masirundweg talwärts entlang des Weißbachs, bis wir bei der Talgabelung die Holzbrücke erreichen, damit den oberen Rundweg beschließen und den bekannten Weg absteigen.
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