Untersbergmedizinrad
zu Maria Himmelfahrt - 15.08.2006
 

Ein windiger, kühler und grauer Morgen erwartete uns. Ich träumte in der Nacht von Medizinrädern.
Jener Wunderberg sollte für ein paar Bergsteiger an diesem zum Schicksalsberg werden. Jetzt ging es los. Od*Chi abholen und beim Aufstieg („Weinsteig“)absetzen. Es begann zu regnen. Wir fuhren weiter bis zur Talstation der Untersbergseilbahn. Dort waren schon die ersten Mitbauer angekommen. Und es wurde eine große Gruppe, die mit der ersten Bahn hinauftransportiert wurde.
Oben war es fast winterlich. Auf den gegenüberliegenden Bergen zeigte sich Neuschnee. Der eisige Wind ließ uns zielstrebig vorangehen. Trotzdem nahmen wir die Haustiere des Berges – die Gamsn - wahr, die schon nach den ersten Wegbiegungen zwischen den Latschen standen und uns neugierig beobachteten.
Aus der grandiosen Bergkulisse stach mir immer wieder der verschneite Hohe Göll ins Auge.

links der verschneite und sonnenbeschienene HOHE GĂ–LL

Sein keltischer Name stand für eine Berggöttin. Und er wurde immer wieder von ein Paar Sonnenstrahlen beleuchtet, die sich durch das dunkle Wolkenmeer kämpften. Ein Zeichen?
Immer wieder tröpfelte es, aber von stärkerem Regen blieben wir verschont.
Am Salzburger Hochthron scheuchten uns die Sturmgeister sofort weiter. Ich hoffte nur noch, dass wir in der Mittagsscharte ein einigermaßen windstilles Plätzchen finden würden. Der Abstieg zur Mittagsscharte war steiler, als ich ihn in Erinnerung hatte. Bei Regen wäre es gefährlich geworden. Trotzdem war es zum Teil feucht und rutschig und wir kletterten manchmal auf allen Vieren über die Steilstufen.
Doch selbst in der Mittagsscharte blies der unangenehm kalte Wind. In einem von Latschen umgebenen Dolinenfeld bekamen wir etwas Schutz und rasteten. Die ersten Nachzügler von der Bahn trafen ein – und schließlich tauchte ein vom Tal heraufgestiegener, runenbemalter Od*Chi auf.
Neugierige Unruhe wurde langsam spĂĽrbar. Wo wĂĽrden wir den Platz fĂĽr das Medizinrad finden? Ăśberall standen die Latschen sehr dicht und dazwischen taten sich die AbgrĂĽnde der Dolinen auf, in denen teilweise noch Schnee vom vergangenen Winter lag. Am weiteren Weg bat ich die Gruppe, dass sie nun auf das Rufen der 36 Steine achten sollten, die zum Medizinrad mitwollten.
Ein zunächst geeigneter freier Platz wurde von David wegen der zahlreichen, dort blĂĽhenden Bergkräuter und Bergblumen abgelehnt. Er hatte weiter oben in der Mittagsscharte einen besseren Platz gefunden, an den er uns schlieĂźlich hinfĂĽhrte. Aber auch hier waren die Windgeister aktiv. Doch mein Blick fiel sofort auf das Höhlenportal, dass sich dort öffnete. Magisch wurde ich angezogen und stand plötzlich in einer riesigen, fast ebenen Halle, die Platz fĂĽr mehrere hundert Menschen hatte. Lagerspuren zeugten davon, dass sich hier schon öfter Bergsteiger niedergelassen hatten .  2 Wassereimer, in denen sich das von der Höhlendecke tropfende Wasser sammelte, schufen Abhilfe fĂĽr die fehlende Bergquellen in dieser Region. Leider war auch zurĂĽckgelassener MĂĽll vorhanden. Eine Entsorgungs-Aufgabe fĂĽr uns!
Immer mehr Teilnehmer stiegen jetzt herunter.


das Höhlenportal

Oberhalb des Hallenzentrums entdeckte ich einen Tagschlot, der fahles Licht einfallen lieĂź. Und dann stand es fĂĽr mich fest :
das Medizinrad wĂĽrde im Bauch von Mutter Erde erbaut werden
– in einer Schutzhöhle des Untersbergs – in seiner Unterwelt, in der den Sagen nach, die Untersbergmandl und Kaiser Karl hausten – in der die Kelten die Anderswelt verehrten
und in der die Seelen in der Zwischenwelt lebten.

 

 

 


links der Höhleneingang, oben der Tagschlot


Noch eine Stunde bis mittags. Der Begriff „Zeitportal“ raunte durch die Gruppe. Manche witzelten: wann würden wir wieder herauskommen?
Hatte sich dieses Höhlenportal nicht tatsächlich erst ziemlich spät am Vormittag für uns gezeigt? War es überhaupt vorher vorhanden?
Die Legende spricht von dem „Zeitportal“, das sich alle paar Jahre um die Mittagszeit zu Maria Himmelfahrt dort öffnen würde.
Die Windgeister blieben drauĂźen. Und innen begann sich schnell ein heiliger Raum aufzubauen. Bilder entstanden vor den Augen der Gruppe, die magischer nicht sein konnten. Unter dem Tagschlot hatte David ein Marienbild,
gemalt von einem äthiopischen Bergmönch gestellt. Es wurde zum Altar – von einer Kerze und dem Licht des Schlotes matt erleuchtet. Und davor lag er nun – der Platz für das Medizinrad. Der Duft von Räucherwerk breitete sich in der Höhle schnell aus. Od*Chi ließ seine Maultrommel ertönen und schließlich das Schwirrholz. Der Alpenbarde zeigte sich als Untersbergbarde – der Untersberg war ja auch „sein“ Reich.
Dann stimmte David sein Untersberglied an und der Chor vieler Stimmen erfĂĽllte den Raum:


Hoher Untersberg wir grĂĽĂźen dich und jeden guten Geist.
Unser Schöpfer sei gepriesen, der den Weg zu dir uns weist.
Heilig bist du in den Alpen und im Berchtesgadner Land.
Gams und Adler, Raben, Falken leben in der Felsenwand.
Berg der Sagen und der Mythen. Sieben Kirchen sind erbaut.
Weisheit in Mariens Garten; Wunder hab ich dort geschaut.
Tief in deinen dunklen Wäldern blüht die blaue Akelei.
An dem Bergquell meiner Freiheit steht die Zeit ganz still dabei.
Freunde schützt des Berges Schönheit, denn sie schenkt uns neue Kraft.
Lobt den Schöpfer allen Lebens, der die Erde neu erschafft.
Hoher Untersberg wir grĂĽĂźen dich im groĂźen Alpenreich.
Herz Europas sei gepriesen. //Frieden allen Menschen gleich.//

Kurz vor Mittag – „High Noon“ am Untersberg: 36 Steine sollten das Medizinrad bilden.
Ich zählte die Gruppe durch... es waren genau 36 Menschen in der Höhle. „Zu-Fall“...

Später kamen noch weitere Nachzügler dazu – doch im Moment des Baubeginns schien alles in Resonanz zu stehen. 36 Steine – 36 Erbauer.
Schon jetzt setzte die heilende Wirkung der Steine ein. Ein Kraftfeld baute sich spürbar auf. Der Schöpferstein und die 7 weiteren Steine des inneren Kreises wurden von Od*Chi entsprechend intoniert. Trommeln und Rasseln der Höhlenbesucher begleiteten seine Musikstücke.
Während der äußere Kreis sich formierte, war am Höhlenportal zu erkennen, dass draußen Großvater Sonne die Wolken verdrängt hatte.

Wie ich am nächsten Tag erfuhr, hatten nicht alle Untersbergsteiger ihr Ziel in der Mittagsscharte erreicht. Gerade 2 Menschen aus Norddeutschland, die zuvor in Südtirol den sagenhaften Bethenkultort Meransen besucht hatten, und sicherlich den weitesten Anfahrtsweg hatten, ließen sich“ in eine andere Richtung führen“ und standen plötzlich direkt unterhalb der Mittagsscharte, vor dem Portal der Schellenberger Eishöhle.
Ohne zu wissen, dass direkt über ihnen – in einer Höhle, das Medizinrad entstand, bauten sie in der Nähe des Höhleneingangs 2 weitere Medizinräder.
Diese sind zugleich Bestandteil eines überdimensionalen Medizinrad-Komplexes, der sich über mehrere Länder erstreckt.
Nun stehen - durch die Untere Welt des Untersbergs (daher auch sein Name) verbunden - 3 zeitgleich erbaute Medizinräder in Resonanz!

Im Verlauf des Mittags wurde der Steinkreis vollendet.


Die Gruppe stieg in wärmendes Sonnenlicht hinauf auf das kleine Wiesenplateau, um zu rasten und das Erlebte nachwirken zu lassen.

Wer sich jedoch von meiner Anregung inspirieren lieĂź und nach Fertigstellung jene magische Kraft im Steinkreis erfahren wollte, der konnte nun das Lichtwunder erleben.

Für mich persönlich hatte sich zu diesem Moment die Zeitqualität verändert. Die Zeit schien sich plötzlich zu beschleunigen und gleichzeitig kam mir das anschließend Erlebte wie eine Ewigkeit vor. Auch ich stieg noch einmal in unsere Höhle.
Was war dort geschehen? Sie war teilweise erfĂĽllt von einem warmen, goldenen Licht.
Ich suchte nach einem großen Scheinwerfer oder Fackeln oder ähnlichem als Ursache – bis ich nach oben sah. Durch den Tagschlot in der Höhlendecke fiel Sonnenlicht genau auf den dort vorher errichteten Marienaltar. Das Licht aktivierte das daneben entstandene Medizinrad. Es war die Antwort der Spirits – die Antwort des Himmels.
Ich kam kaum zum Nachdenken ĂĽber dieses Wunder bzw. Resonanzphänomen. DrauĂźen kam ein Pärchen auf mich zu und erzählten mir von ihrem besonderen Hochzeitswunsch. Ich musste weiter. EIN Weg lag noch vor mir! 
Ein Teil der Gruppe wagte den weiten und steilen Abstieg ins Tal. Die Anderen stiegen zurück zur Bergstation und trafen sich nochmals auf der Hochalm unterhalb des Geierecks. Der fast wolkenlose Himmel ermöglichte eine grandiose Fernsicht. Vor uns kreisten 2 Geier und boten uns ein besonderes Himmelsschauspiel.

Am Salzburger Hochthron wehte vorher nochmals die regenbogenfarbene PACE (Friedens-)-Fahne:

Als am späteren Nachmittag jemand zum Aufbruch aufrief, da die letzte Bahn bald gehen würde, blickte ich auf meine Uhr und meinte, wir hätten doch noch genügend Zeit. Doch jetzt stellte sich heraus, dass meine Uhr fast eine Stunde nachging. Wo war die Zeit geblieben?
Eine „zufällig“ anwesende Schamanin aus Japan ließ für uns ein traditionelles Volkslied vom Roten Drachen erklingen. Sie sang – von ihrer Leier begleitet – und es erschien 2 Menschen aus der Gruppe so, als würde sie es extra für sie angestimmt haben:

Martina und Rainer haben sich kurz zuvor – an jenem 15.08.06 - zu Füßen des Salzburger Hochthrons das Eheversprechen gegeben.
Am Untersberg war die Zeit fĂĽr uns stehengeblieben!
Der Berg war für uns zum Schicksalsberg geworden und das Mantram, was wir vor einiger Zeit im Anblick des Untersbergs an einem alten Bethen-Ort erdacht hatten, hatte nun seine wahre Bedeutung erhalten: Ob’n drob’n – am Untersberg – kemma z’sam....
Mir fiel ein Stein vom Herz (-chakra).




Der Untersberg, der Wunderberg, ein Herzchakra der Erde, ein Schicksalsberg.
Möge die Medizin jenes keltischen Rades seine heilende Wirkung auf Mutter Erde und ihre Kinder haben.
Möge die Heilkraft jenes Berges und seiner Steinwesen nicht nur für seine Besucher und die Bewohner des Umlandes erfahrbar sein, sondern sich hinaus in die Welt tragen.
Möge Frieden, Liebe und Heil in unsere Herzen einkehren.

 

Am 15. August 2006 um die Mittagszeit in der Mittagsscharte auf dem Untersberg
fiel Sonnenlicht durch einen Tagschlot (Öffnung in einer Höhlendecke)
auf den Boden einer Höhle – auf den Platz, wo kurz zuvor ein Marienaltar stand („Maria Himmelfahrt“)
und aktivierte das daneben entstandene keltische Medizinrad.
Auf genau jenem Platz hatte Od*Chi sein Schwirrholz zum Medizinradbeginn wirken lassen,
hatte David*Ho sein Marienbildnis gestellt
und hatte ich die Spirits angerufen.


EPILOG

 

Der Mythos vom Zeitportal ist entschlĂĽsselt

 

Wir haben vermutlich jenes legendäre Zeitportal am Untersberg gefunden.

Der versteckte, aber doch leichte Zugang zu einem Höhlenportal in der Mittagsscharte muss auch für die Gottsucher der Frühzeit auffindbar gewesen sein.

Felszeichnungen auf den umliegenden Gebirgen lassen darauf schließen, dass die „grünen Tempel“ von unseren Ahnen als Natur-Kirchen genutzt wurden

(z.B. die Höhle und die Region namens „Kirche“ auf der Reiteralm, die Kreuzlwand im Lattengebirge).

Wer nun naturgläubig in jene Höhle in der Mittagsscharte trat – und zwar um die Mittagszeit zu Maria Himmelfahrt – der musste dieses Lichtphänomen erleben,

wenn Sonnenlicht durch die Höhlendecke auf das Höhlenzentrum trifft.

Es muss fĂĽr unsere Ahnen ein genauso bewegendes Erlebnis gewesen sein, wie fĂĽr uns.

 

Eine starke Verwerfungszone erstreckt sich von der Mittagsscharte bis hinunter nach GroĂźgmain. Diese Erdanomalien beeinflussen das ZeitgefĂĽge.

Ich habe bis jetzt 5 Menschen kennengelernt, die mir glaubhaft und beeindruckend von Zeitverlusten in diesen Bereichen berichtet haben

- und nun gehöre ich auch dazu.