Beltane 2009
Kurzbericht vom Beltane-Walpurgis-Fest auf dem Johannishögl

Der wärmste April aller Zeiten – endete mit Neuschnee in den Bergen. Am Vormittag unseres Beltane-Festes regnete es. Am Mittag – regnete es.
Am Nachmittag – klarte es auf. Und am Beginn des Festabends suchten wir bereits unter einem aufgelockerten Wolkenhimmel unser Brennholz zusammen. Einige Festgäste hatten dankenswerter Weise trockenes Holz zum Anbrennen mitgebracht.
Bereits bei der Ankunft am Johannishögl empfing uns der Willkomens-Ruf des Kuckucks und kurz darauf zeigte sich ein Kraftvogel – der Falke. Er gilt als Botschafter, Beschützer und Seher der Lüfte. Der Falke ist der Bote unter den Tieren, in etwa vergleichbar mit dem Götterboten der griechischen Mythologie. Die Verbindung mit dem Falken sucht man, um seine Wurzeln zu entdecken. Und eine unserer bioregionalen Wurzeln steckt in jenem Sonnenkulthügel gegenüber dem mächtigen Untersberg.
Hinter der Kirche positionierten wir uns zum Abräuchern, das ich der Mithilfe des Winds übergeben konnte und dem anschließenden Eröffnungsritual – dem Einladen der Spirits im Einklang mit dem Alperer-Jodler. Am Horizont im Westen erstrahlte zu dieser Zeit ein Sonnenloch, das die untergehende Sonne mehr als nur erahnen ließ und der Falkenbote begleitete unsere Zeremonie nun direkt über uns. Wir trommelten und erdeten uns. Dann zogen wir zurück zu unserem vorbereiteten Feuerplatz. Inzwischen waren alle Festgäste eingetroffen und so entzündeten wir gemeinsam das Beltane-Feuer. Ein kraftvoller und frischer Wind fachte rasch unser Feuer an und ließ es hoch auflodern. Der Falke beschloss seine Beltanerunde und beobachtete unser Treiben von einigen Baumwipfeln.
Mit Gesang, Tönen, Trommeln und passendem Speis und Trank empfingen wir die Nachtgeister. Geschichten um die Kasermandl, den heiligen Untersberg und Kräuterkundiges kursierten um das Feuer. Vertieft in festliches Treiben merkten wir kaum, wie der Wind verstummte. Es war ein milder Abend geworden. Zu später Stund’ erklang ein Käuzchen aus dem nahen Wald. Der Untersberg hatte bereits in den Abendstunden sein Wolkenkleid ausgezogen und bot uns (s)einen mystischen Hintergrund. Die feurige Hexen- und Hexenmeisterprüfung mit Bärlappsamenpulver bestanden nur wenige – ich auch nicht.
Im Laufe des Abends öffnete sich noch einmal der Himmel und spendete uns mit ein paar Tropfen den Beltanesegen – und es waren nicht mehr als ein paar Tropfen! Wie meinte Stefan aus Rottau: das schöne am Schamanismus ist, wie schnell und direkt man die Verbindung mit den Elementen erfährt.
Nach Mitternacht begann es wieder zur regnen. Manch Hexe oder Hexenmeister mögen noch unterwegs gewesen sein, aber wir lagen bereits wieder in den heimischen Federn, rochen noch den würzigen Holzrauch auf unserer Haut und träumten bald von den Windgeistern des Johannishögls, vom Falkenboten, vom Kuckuck und dem Käuzchen und ….


BELTANE 2008
Ein alpenschamanisches Fest im Tanz mit den Elementen

Alpenschamanische Aktivitäten stehen immer in Verbindung mit den Naturgeistern und den Elementen. Das kennen wir u.a. von unserer Trommelarbeit in der Steinzeit Siegsdorf oder an den regionalen Kraftorten und Kultplätzen, vom Trommeln für Mutter Erde oder eben von unseren Jahreskreisfesten in der Natur. Doch am 30. April 2008 konnten man/frau in einer einzigartigen, von der Natur inszenierten Dramaturgie die Kräfte der Walpurgisnacht erfahren. Es schien, als seien sämtliche Wetterhexen um uns herum aktiv.
Am  späten Nachmittag trafen sie die ersten Festteilnehmer auf dem sonnenĂĽberfluteten Johannishögl bei Piding – eigentlich ein Ausweichort zur Burg Karlstein bei Bad Reichenhall, bei der das Fest schon seit Jahren stattfindet, aber uns diesmal wegen der Wegsperrung zur Burg nicht möglich war. In letzter Zeit häufen sich die „Sperrungen“ der alten Kultorte:
die Schwarzbachhöhle, nach Lawinenabgängen und Orkanverwüstungen,
der Falkenstein, wegen Steinschlaggefahr (Felssturz in die Höhlenkirche !),
der Untersberg, wegen der immensen Schneemengen im FrĂĽhjahr
und jetzt die Burg Karlstein, wegen Schäden am Hauptaufstieg.
Die alten Plätze fordern Ruhe – sie wollen sich regenerieren.
DafĂĽr öffnen sich neue Plätze, an denen wir schamanisch arbeiten und uns vitalisieren können. Der Johannishögl ist schon lange ein Sonnenkultplatz. Das Johannisfeuer brennt zur Sommersonnenwende schon seit vielen Jahren dort oben und seit letztem Jahr wurde dort auch das Wintersonnwendfeuer wieder neu belebt. Und das Beltane-Fest durfte nun dort auch  zum ersten Mal wieder gefeiert werden – neben der Johanniskirche und neben dem keltischen Kultplatz. Ein besonderes Symbol fĂĽr Toleranz und Verständigung.
Schnell war dank der zahlreichen Helfer ein großer Brennholzstapel zusammengekommen. Im Wald fand sich sogar ein Bäumchen, dass schließlich als Maibaum geschmückt wurde.
Zur untergehenden Sonne bewegte sich das Festvolk dann an die Kirchenmauern und trommelnd wurde Großvater Sonne verabschiedet. Hinter einer – zunächst unscheinbaren – Wolkenbank ging die Sonne unter. Für einige Momente kehrte Stille ein. Stille am Högl.
Die Wettergeister riefen allerdings schon:
“Ihr wollt feiern? Dann fangt an!“
Und kaum hatte sich der bunte Haufen um das aufgeschlichtete Feuerholz im Kreis versammelt, da verdunkelte sich der Himmel. Ich lud die Geister der Vier Winde ein, die Geister der umliegenden heiligen Berge, die Himmels- und Erdgeister. David stimmte das Untersberglied an und dann wurde das Beltane-Feuer entzĂĽndet.
Da waren sie auch schon – die Wettergeister, die Geister der Vier Winde und alle anderen – und wollten mitfeiern. Skeptiker sahen schon schwere Regengüsse auf uns niedergehen, doch es entstand ein Wolkenloch über uns – über dem Johannishögl. Der Regen zog um uns herum, sichtbar zu dem vor uns zu Füssen, im Osten liegenden Salzburg.
Ein Sturm brach herein, schĂĽrte das Feuer an, das es bald wagrecht loderte. Dank des Regens vom Vortrag musste wir uns ĂĽber den Funkenflug keine Gedanken machen. Der Wald war auch weit genug entfernt. SchlieĂźlich wurde nur noch gefeiert, getanzt, gesungen, gespeist und getrunken im Austausch mit den Wettergeistern. Wer so etwas noch nicht erlebt hat, wird es wohl kaum wieder vergessen. Der Untersberg bot seine dramatische Kulisse im Zusammenspiel mit dunklen Wolkenfetzen.
Ausgelassenheit breitete sich aus. Juchizer ertönten. Trommeln beschworen die Winde, gingen in Dialog. Ein verstörter Hase schreckte aus dem Gebüsch auf. Ein Fest in den Alpen.
Bis bald und danke an die Elemente!

PS: Der Regen kam erst spät in der Nacht – nach dem Fest ! 

BELTANE 2006
Kurzbericht vom Beltane-Walpurgis-Fest auf der Burg Karlstein

Eine wirklich „kultige“ Walpurgisnacht und Beltane-Feier fand am 30.04. auf der Burg Karlstein statt. Viele Festgäste aus nah und fern (München, Rosenheim) hatten sich eingefunden, um mit den „Drei Urgesteinen“ Od*Chi, White Eagle und David Ho zu ritualisieren und zu feiern. Und während noch in der vorangegangenen Nacht im Reichenhaller Tal die Vorboten der Eisheiligen Schnee auf die Frühlingsblüten gezaubert hatten, waren uns die Wettergeister am Abend und in der Walpurgisnacht wohlgesonnen.
Noch beim Vorbereiten des Festplatzes zeigte sich am Horizont ein goldener Streifen unterhalb des dunklen Wolkenhimmels – und exakt zum Sonnenuntergang ließ sich Großvater Sonne als Hauptdarsteller feiern und zum ersten Mal in diesem Jahr erklangen wieder die Trommeln für Mutter Erde. Und während David eine schamanische Bildweihe vornahm und ein Feuer-, Räucher- und Rosenölsalbungsritual zelebrierte begannen die Berge um uns zu glühen. Allen voran der mystische Untersberg, dessen Leuchten auch bei mir Eingeborenen eine Gänsehaut erzeugte. Und über Staufen und Zwiesel woben sphärische Wolkenfetzen ein dünnes Lichtnetz .... ja, die Tore zur Anderswelt standen wie immer zu Beltane weit geöffnet.
Spät am Abend wurden bunte Wunschbänder um unseren Maibaum gebunden, der von Kerzen und Fackeln beleuchtete wurde und Od*Chi lud ein zu einem grenzenlosen Klangerlebnis mit bayerischen Mantren und Rainbowspiritsongs unterstützt von Didge, Rasseln, Trommeln und Maultrommeln. Und mit Erscheinen der Mitternachts- und Maigeister begann der Abstieg in die alltägliche Realität.
Ein wunderschönes Fest!

BELTANE 2005
Kurzbericht vom Beltane-Walpurgis-Fest auf der Burg Karlstein 

Den Weg auf die Burg Karlstein fand diesmal ein bunter Haufen aus Jung und Alt - beladen mit Trommeln in allen Größen und Rasseln. Ganz dem keltischen Brauch entsprechend wurde ein lebender Maibaum erkoren, den die Feiernden begleitet von Trommel und Gesang mit bunten Bändern schmĂĽckten und ihre WĂĽnsche dem Baumwesen und dem Walpurgiswind ĂĽbergaben.
Danach wurde auf alte Art von der Steinzeithanni und dem Mammut-Robert das Walpurgis-Feuer entzĂĽndet - mit Feuerstein und Zunder. Und Jung und Alt hatten leuchtende Augen dabei.
Und dann wurde viel getrommel und gefeiert und Brigitte und Maria-Elisabeth spendierten eine selbstgemachte Waldmeister-Maibowle und je später es wurde und je kraftvoller die Feuergeister wurden, wurden auch unsere Aktivitäten mutiger und kraftvoller. Da wurde übers Feuer gesprungen, um Altes loszulassen und selbst der alte Feuerläufer Sepp "mußte" mehrmals den direkten Sprung ins Feuer wagen.
Im Umfeld gab es einen von Tashi wunderschön geschmückten, buddhistischen Altar und entsprechende Zeremonien und am Nachbarfeuer stimmten harmonisch Didge und Trommeln zu unserem Klangteppich ein.
Ich ließ es mir nicht nehmen, zusammen mit ein paar anderen Festgästen auf der Burg unterm Sternenzelt zu übernachten und den Sonnenaufgang über dem Gaisberg zu erleben.
Das Beltane-Walpurgis-Fest.... vieles gäbs noch zu erzählen, aber das Wichtigste:
es wird auch nächstes Jahr wieder auf jenem Kultplatz bei den "drei Bethen" stattfinden!