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Als Gott noch eine Frau war Auf den Spuren der Drei Bethen im Alpenraum
In den heimatlichen Mythen ist immer wieder von den "Drei Wildfrauen", den "Drei Saligen", den "Drei Ewigen", den "Drei Jungfrauen", den "Drei Heiligen Madln" oder den "Drei Bethen" zu lesen.
Wer waren diese drei mystischen Frauen die segenbringend gewirkt haben sollen, wie z.B. in einer der Sagen um die "Drei Wildfrauen" von Bad Reichenhall-Karlstein? Noricum war ein Königreich des keltischen Stammes der Noriker im heutigen Österreich. Die Drei
Bethen wurden dort als Nationalheilige und Muttergöttinnen verehrt. Sie waren Schenkende des Lebens und der Gesundheit und galten auch als Beschützerinnen der Mütter und Kinder. In ihrer Urform hießen sie
Ambeth, Wilbeth und Borbeth und bildeten die göttliche Triade als Erd-, Mond- und Sonnenmutter. Der Buchautor, schamanisch Tätige, Heimatforscher und Geomant Rainer Limpöck
stieß auf seiner Suche nach Kraftorten und Kultplätzen im Alpenraum immer wieder auf jene uralten weiblichen Wirkkräfte. Der Glaube und der Kult um die drei gütigen Frauen, die durch die Lande gehen,
weisen Rat erteilen und Gaben schenken, hielt sich im Volk sehr lange und ist heute noch in vielen Orts- und Flurnamen erhalten geblieben. Der Bethen-Kult wurde zwar von der christlichen Kirche okkupiert , aber die
Göttinnen-Trinität lebt im Bewusstsein der Menschen weiter als die "drei Heiligen Madl'n" namens Margaretha, Barbara, Katharina und sind in zahlreichen Kirchen und Kapellen wiederzufinden.
Doch gibt es in den Alpen noch bis heute Orte, die aufgrund ihrer autonomen Lage sich das alte Wissen um jene "Frauenkraft" bewahren konnte. Der Referent zeigt u.a. beeindruckende Bilder aus dem kleinen
Südtiroler Bergdorf Meransen. Bis 1968 gab selbst der Vatikan den Bethen einen Platz im Heiligenkalender: am 16. September. Und zu jenem Tag werden noch heute die Drei Bethen in einer Prozession in Meransen verehrt. Der alte, römische Räterweg, der früher das schwer erreichbare
Bergdorf mit dem Tal verbunden hat, ist heute ein moderner Pilgerweg geworden - der Lindenweg. Auf
ihm sind Bildstöcke mit Darstellungen und Texten der heiligen Frauen errichtet worden, die den Pilger zur Wallfahrtskirche der Heiligen Drei Jungfrauen nach Meransen begleiten.
Limpöck spannt im Vortrag seinen Bogen vom italienischen Meransen, über das keltische Zentrum Hallstatt in Österreich (Hallstattkultur), bis ins oberbayerische Reichenhaller Tal und schildert und zeigt Orte und Mythen jener mythischen Frauendreiheit aus unserer Heimat.
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