Spaltfelsen
ERDE:
Verbindung mit der Urmutter
Spaltfelsen
Die magischen Spaltfelsen finden wir überall im Alpenraum und sie gehören zu den noch heute aktiven Kulten. Oft hat sich die "Amtskirche" ihrer Kraft bemächtigt, da ihr Einfluss auf die Menschen der Umgebung nicht zu brechen war (z.B. die Wilhelmskapelle und der Fagerstein bei St. Koloman im Tennengau, die Kirche mit der schwarzen (!) Madonna und der Klobenstein bei Schleching/Kössen, St. Wolfgang bei Altenmarkt in Oberbayern mit seinem zum Altartisch umgewandelten Durchschlupffelsen und nicht zuletzt die Höhlenkirche am Falkenstein im Flachgau. Die angeführten Beispiele gehören zu den bedeutenden Kraftorten und Kultplätzen unserer Alpenheimat. Noch heute werden diese alten Kulte praktiziert und es geschehen dort sogenannte "Wunder".
Ich selber habe auch in der schamanischen Arbeit viele Erfahrungen mit Spaltfelsen gemacht. Ihre Energiespuren lassen sich oft sogar durch digitale Fotografien festhalten oder sind auf andere Weise messbar (Kompass: verändertes Erdmagnetfeld, Pendel: starke Ausschläge, Kamera: Orbs).
Spaltfelsen eignen sich insbesondere für Rituale in der Dunkelheit, die dann durch (Voll-)Mondlicht, Kerzen oder Fackeln verstärkt werden.
Die Anwendungsmöglichkeiten der Spaltfelsen sind sehr vielseitig.
weitere heilige Steine:
Peilsteine
Lichtensteine
Kolomanisteine
Schalensteine
Lochsteine
Kultsteine / Opfersteine
Spursteine / Heiligensteine / Teufelssteine
Schlupfsteine (Klobensteine, Durchkriechsteine)
Steinkreise
Wackelsteine
Felsritzungen / Felszeichnungen
Teufelssteine
Methoden
Ein Durchschlupfkult (auch Kriechbrauch oder Durchkriechritual) an einem alpenschamanischen Spaltfelsen ist ein der Initiation oder Heilung dienendes Übergangsritual, bei dem das Durchschreiten oder Durchkriechen einer engen Felsöffnung symbolisch für eine Wiedergeburt steht.
Der Kult am Spaltfelsen
Der Spaltfelsen (oft auch „Schlupfstein“ oder „Nadelöhr“ genannt) gilt im Alpenschamanismus als ein kraftvoller Ort des Übergangs (Liminalität) und als Tor zur Erdgöttin (Mutter Erde / Frau Percht).
- Symbolik: Das Hineinzwängen in den engen Spalt symbolisiert das Sterben des alten Egos, den Verbleib von Krankheit und Lasten im Stein sowie den Verbleib der Vergangenheit. Das Heraustreten auf der anderen Seite steht für die Wiedergeburt, Reinigung und Neuausrichtung.
- Ziel: Heilung von Krankheiten (besonders Rückenschmerzen oder Gelenkleiden), Abstreifen von Pech, Lösen energetischer Blockaden oder die Initiation in einen neuen Lebensabschnitt.
Angewandte Methoden und Ablauf
Ein solches Ritual folgt einer festgelegten schamanischen Struktur, die sich in Vorbereitung, Kernritual und Integration gliedert:
1. Vorbereitung und Kontaktaufnahme
- Räuchern: Der Fels und die Teilnehmenden werden mit heimischen Kräutern (wie Beifuß, Wacholder oder Fichtenharz) gereinigt, um Alltagenergien zu neutralisieren.
- Opfergaben (Interaktion mit den Genius Loci): Dem Felsengeist oder den Erdkräften werden Gaben dargebracht (z. B. Tabak, Quellwasser, Getreide oder Steine), um Erlaubnis für das Ritual zu bitten.
- Absichtsformulierung: Der Praktizierende formuliert klar, was er im Felsen zurücklassen möchte (z. B. eine Sucht, Angst, Krankheit) und was im neuen Leben entstehen soll.
2. Das schamanische Durchkriechen (Kernmethode)
- Körperlicher Engpass: Der Teilnehmer zwängt sich – oft mit dem Gesicht voran oder auf dem Rücken kriechend – durch den Felsspalt. Der physische Druck des Steins auf den Körper ist dabei essenziell.
- Trance und Rhythmus: Begleitet wird der Vorgang oft durch das monotone Schlagen einer schamanischen Rahmentrommel oder das Rasseln, um das Gehirn in einen leichten Trancezustand (Theta-Wellen) zu versetzen und Ängste (wie Platzangst) zu lösen.
- Das „Abstreifen“: Beim Durchpressen visualisiert und fühlt der Teilnehmer, wie die Felswände die alte Haut, die Krankheit oder das Trauma wie eine Bürste physisch und energetisch „abkratzen“. Der Stein absorbiert diese schwere Energie (Hucha).
3. Die Geburt und Integration
- Der Ruf ins Leben: Beim Austritt auf der anderen Seite wird der Teilnehmer oft rituell mit einem Freudenschrei, dem Schlagen der Trommel oder dem Übergießen mit Quellwasser im „neuen Leben“ begrüßt.
- Schweigen und Nachspüren: Nach dem Durchschlupf folgt eine Phase des Stillwerdens, um die neue Energie im Körper zu verankern und den Übergang psychisch zu verarbeiten.
Orte des Kultes
Im gesamten Alpenraum und den angrenzenden Mittelgebirgen gibt es historisch dokumentierte Schlupfsteine und Durchkriechbauten, die seit Jahrhunderten für Heilungs- und Übergangsrituale genutzt werden. Oft wurden diese vorchristlichen Kraftorte später christianisiert, weshalb sie heute häufig nach Heiligen benannt sind.
Hier sind die bekanntesten und kraftvollsten Orte, sortiert nach Regionen:
1. Österreich (Salzburg, Oberösterreich & Tirol)
- Der „Durchkriechstein“ am Falkenstein (St. Wolfgang, Salzkammergut): Dies ist der wohl berühmteste Schlupfstein der Ostalpen. Er liegt direkt an einer uralten Pilgerroute. Pilger zwängen sich hier seit Jahrhunderten durch einen extrem engen Felsspalt unter einer Kapelle. Der Brauch besagt, dass man hier Sünden abstreift und Frauen bei unerfülltem Kinderwunsch geholfen wird.
- Der Untersberg (Salzburg / Berchtesgaden): Der gesamte Untersberg gilt als schamanischer Hauptkraftort. In seinen unzähligen Höhlensystemen und Felsspalten werden bis heute alpine Initiationsrituale praktiziert.
- Die Schlupfsteine im Mühlviertel: Etwas nördlich der Kernalpen, aber stark von diesem Kult geprägt, liegt der Kraftorteweg in St. Peter am Wimberg. Hier finden sich gigantische Granit-Felsformationen, die natürliche Durchschlupfkanäle bilden und aktiv als geomantische Heilplätze genutzt werden.
2. Deutschland (Bayerische Alpen & Vorberge)
- Das Felsentor / Die Schlupfsteine am Ronberg (Falkenstein, Bayerischer Wald): Ein monumentaler, magischer Kraftort inmitten dichter Wälder. Die dortigen Schlupfsteine und die sogenannte „Amselkirche“ (ein natürliches Felslabyrinth) bieten perfekte, enge Gänge, die bis heute für rituelle Begehungen genutzt werden.
- Die Schlupfsteine von Heidenheim (Fränkische Alb): Geologisch knapp außerhalb der Alpen, aber rituell identisch, gilt das dortige „Hohloch“. Es ist ein klassischer Durchkriechstein, der traditionell genutzt wurde, um „das Siechtum“ (chronische Krankheiten) abzustreifen.
- Der „Stoa“ bei Edling (Chiemgau): Ein gigantischer Findling aus der Eiszeit, der als Naturdenkmal und energetischer Treffpunkt gilt. In seiner direkten Umgebung befinden sich kleinere Felsspalten und energetische Linien, die für alpine Rituale genutzt werden.
3. Schweiz
- Die Gletschermühlen der Alp Mora (Trin, Graubünden): Zwar keine klassischen Felsspalten zum Stehen, aber in den Fels geschliffene, nischenartige „Badewannen“ und Durchlässe. Sie gelten als kraftvolle Orte der Reinigung, an denen das Element Wasser in Kombination mit dem Stein den rituellen „Abstreif“-Effekt erzeugt.
- Das Martinsloch (Elm, Glarus): Ein monumentales, natürliches Felsfenster im Tschingelhörner-Grat. Obwohl man nicht physisch hindurchkriecht, dient es als optischer und astronomischer Durchschlupf für das Sonnenlicht. Es ist ein zentraler ritueller Fixpunkt für die kosmische Verbindung im Schweizer Raum.
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