Steinkreise
ERDE:
Verbindung mit der Urmutter
Steinkreise - Medizin für Mensch und Erde
Das keltische Rad versinnbildlicht die Welt. Bei Indianern Nordamerikas zeigen sich Parallelen im Medizinrad. Der keltische Rad/das Medizinrad steht für die Unendlichkeit. Es gibt im Kreis kein Anfang und kein Ende. Das Kreuz verkörpert die sichtbare Welt mit ihren 4 Tageszeiten, den 4 Mondphasen, den 4 Jahreszeiten, den 4 Himmelsrichtungen und den 4 Elementen. Die Zahl Vier steht für Stabilität und Kontinuität. Im Mittelpunkt des Kreises/Rades finden wir die Schöpferkraft. Um das typische Keltenkreuz befindet sich ein Kreis, der die Brücke zur Weisheit und zu anderen Wirklichkeiten und Welten darstellt. Die vertikale Achse steht für die Verbindung von Oben und Unten – also von Himmel und Erde und damit der Welt des Spirituellen und die horizontale Achse für die körperliche Welt der Physis und der Natur.
Den Jahreskreis der Kelten mit seinen vier großen Sonnenfesten (Sommer-und Wintersonnenwende - Litha und Jul, Frühlings- Tag-und Nachtgleiche - Ostara und Herbst-Tag- und Nachtgleiche - Mabon) und seinen dazwischen angesetzten Mondfesten (Imbolc, Beltane, Lugnasadh und Samhain), die die Übergangsphasen zwischen den Jahreszeiten markieren, können wir als Medizinrad des europäischen Kulturkreises auffassen.
Foto: Steinkreis im Marienheilgarten Großgmain
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Kult und Methoden
Der alpenschamanische Steinkreiskult verbindet moderne neoschamanische Praktiken mit alten regionalen Mythen der Alpenregion, um Kraftorte zu aktivieren und rituell zu nutzen. Der Kult basiert auf der Vorstellung, dass Steinkreise als energetische Verstärker und Tore zu feinstofflichen Welten oder Naturgeistern dienen.
Kernkonzepte des Steinkreiskults
- Stein als Speicher: Steine gelten im Alpenschamanismus als lebendige Wesen ("Steingeschwister"), die Urwissen und Erdenergie speichern.
- Mikrokosmos: Ein Steinkreis bildet ein Abbild des Kosmos. Er ordnet das Chaos der Natur in einen geschützten, sakralen Raum.
- Achsenkreuz: Die Steine werden präzise nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Dadurch verbinden sie Himmel, Erde und die vier Elemente.
- Geomantie: Kreise werden bevorzugt an natürlichen Ley-Linien (Kraftlinien) oder alten Kultplätzen der Alpen (z.B. Untersberg) errichtet.
Schamanische Methoden im Steinkreis
Die rituelle Arbeit folgt einer klaren Struktur, um den Kreis energetisch zu öffnen und zu nutzen:
1. Vorbereitung und Reinigung
- Räuchern: Salbei, Beifuß oder heimisches Fichtenharz reinigen die Teilnehmer und den Raum von Fremdenergien.
- Schwellentritt: Das Betreten des Kreises erfolgt bewusst an einer definierten Öffnung. Dies markiert den Übergang in die Anderswelt.
2. Aktivierung des Kreises
- Anrufung: Die Praktizierenden rufen die Hüter der Himmelsrichtungen sowie die Geister des Ortes (z.B. die Percht oder Berggeister) an.
- Trommeln: Monotone Trommelrhythmen synchronisieren die Herzfrequenz der Teilnehmer und versetzen sie in eine leichte Trance.
3. Energetische und meditative Arbeit
- Trancereisen: Teilnehmer sitzen im Zentrum des Kreises, um Visionen zu empfangen oder Kontakt mit Krafttieren aufzunehmen.
- Ahnenarbeit: Der Kreis dient als sicherer Anker, um mit den spirituellen Vorfahren der Alpenregion zu kommunizieren.
- Elemente-Meditation: Jeder Himmelsrichtung ist ein Element (Osten=Luft, Süden=Feuer, Westen=Wasser, Norden=Erde) zugeordnet, das im Kreis erspürt wird.
Orte
Der traditionelle und moderne Alpenschamanismus konzentriert sich auf markante Kultplätze, Felsformationen und rekonstruierte Steinkreise im mitteleuropäischen Alpenraum.
Hier sind die bekanntesten, konkret dokumentierten Kraftorte und Steinkreise, die rituell genutzt werden:
1. Das Epizentrum: Der Untersberg (Deutschland / Österreich)
Der sagenumwobene Untersberg gilt im Alpenschamanismus als das „Herzchakra Europas“. Er zieht durch sein Höhlensystem und geomantische Besonderheiten zahlreiche schamanisch Praktizierende an.
- Steinkreis in der Höhle der Mittagsscharte: Ein direkt in einer Felshöhle auf dem Bergrücken liegender Steinkreis. Das durch ein Deckenloch fallende Licht wird für transformative Rituale genutzt.
- Der Herzstein & Perchtweg: Nahe Großgmain führt ein Pilgerweg vorbei an rituell gelegten Stein- und Herzsymbolen. Sie dienen der Verehrung der Erdmutter Percht.
- Der Marienheilgarten (Großgmain): Eine öffentlich zugängliche Anlage direkt am Fuß des Berges, die einen Stein- und Tierkreis um eine heilsame Quelle integriert.
2. Die Megalith-Steinkreise am Bürserberg (Vorarlberg, Österreich)
Auf dem Hochplateau Tschengla befinden sich die Steinkreise am Bürserberg, die als eine der bedeutendsten prähistorischen Monumentalanlagen der Alpen gelten.
- Die Anlage: Mehrere rekonstruierte Kreise aus tonnenschweren Megalithen, die eiszeitliche Gletscher hier hinterlassen haben.
- Nutzung: Die Ausrichtung der Steine entspricht exakt Sternenkonstellationen sowie den Sonnenwenden. Alpenschamanen nutzen den Ort vor allem für solare Jahreskreis-Rituale.
3. Das Kultplatz-Mekka Filzmoos (Salzburger Land, Österreich)
Rund um das Bergdorf Filzmoos am Dachsteinmassiv wurden systematisch über ein Dutzend geomantische Kraftplätze erfasst.
- Die Almsee-Steinkreise: In der Nähe des smaragdgrünen Almsees existieren Kraftplätze, an denen Steinkreise und Steinspirale als Meditations- und Erdheilungswerkzeuge angelegt wurden.
- Der „Kamplbrunn“: Eine energetisch hoch eingestufte Heilquelle, die oft als ritueller Reinigungsort vor dem Betreten der umliegenden Steinkreise genutzt wird.
4. Der Tempel am Hundstalsee (Tirol, Österreich)
In den Stubaier Alpen liegt auf 2.500 Metern Höhe ein einzigartiges, modernes Steinkunstwerk direkt am kalten Hundstalsee.
- Der Apollon-Tempel: Ein von Künstlern aus unbehauenen Natursteinen ohne Mörtel errichteter runder Steintempel.
- Nutzung: Durch seine isolierte, hochalpine Lage wird er von Schamanen für extreme Visionssuchen (Vision Quests) und mehrtägige Isolationsmeditationen genutzt.
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